Adamus nennt sich selbst "of sovereign domain", das die Übersetzer als "von der vollkommen freien Seinsebene" übersetzen.
Doch was bedeutet das?
Souverän sein, da hat wohl jeder so seine Vorstellungen. Doch ich meine, es ist sehr viel weitreichender.
Für mich bedeutet es die Unabhängigkeit von allem. Von allem.
Im Ascension, Ausfstieg, sagt Adamus " das Gesetz ist nicht dein Gesetz", und spricht an, wie viel von dem, was wir als Gesetz betrachten, einfach angenommen wird, als gegeben, als wahr angenommen wird. Dabei geht es nicht nur um die gesetzlichen Vorgaben unseres Landes, sondern auch um Physik und um Soziales.
Was nehmen wir nicht alles hin, betrachten es als unumgänglich, passen uns an. Ob es die rote Ampel ist, die Steuern, die Umgangsformen, die Rechtschaffenheit usw. - es gibt Unmengen an Gesetzen, geschrieben oder nicht geschrieben, die wir einfach als unsere angenommen haben wie wir sein sollen. Das ist der eine Teil.
Der andere Teil ist diffizieler, weil schwieriger zu erkennen.
Wir sind sehr darin verstrickt, zu reagieren. Ob wir von jemandem angenommen oder nicht angenommen werden, ob wir geschätzt, geliebt werden, ob wir gehänselt, provoziert werden: in der Regel führt das zu Reaktionen unsererseits, aus ganz verschiedenen Gründen.
Da kann es sein, ich bin besonders nett, umgänglich, mache Kompromisse, weil ich anerkannt werden will. Da kann es sein ich werde wütend weil ich mich angegriffen fühle, und reagiere entsprechend. Es kann sein, das ich mich besonders anstrenge um dafür gelobt zu werden, es kann sein, das ich mich "wohlverhalte" im Sinne der anderen, um in der Gemeinschaft kein Aussenseiter zu sein.
Doch bin das wirklich ICH ?
Ich sehe darin viel mehr Reaktionen des Egos, das entweder durch Liebsein oder durch Verteidigung oder durch Angriff "sein Recht" durchsetzten will.
Und das ist nicht mein wahres ICH, das ist der menschliche Aspekt der über die Jahrhunderte so einfach nur versucht hat, zu überleben, oder geliebt zu werden, durchzukommen, möglichst unbeschadet zu bleiben. Denn die, die sich nicht so verhalten, sind meistens schnell an die Grenzen gestossen, und das ist heute noch so, wenn ich blos mal die Arbeitswelt anschaue. Mitarbeiter, die ihre Wahrheit sagen, die sich nicht gängeln lassen, sind sehr unbequem, und deshalb versucht man, sie los zu werden.
Wir haben viele dieser, ich möchte fast sagen "automatischen" Verhaltensweisen, dieser Reaktionen.  Ich fühle mich auf den Schlips getreten, und prompt gebe ich Kontra, ich fühle mich mißverstanden, und versuche mich zu erklären, ich fühle mich mißachtet, und gehe in die entsprechende Rechtfertigung.
Doch mein Ganzes Sein, mein ICH BIN, braucht alles das nicht. Es sind Spiele, mehr nicht.

Mein ICH BIN, dieses unzerstörbare Sein, meine Essenz, hat über unendlich viele dieser Spiele probiert, erfahren, gefühlt, wer und was es alles ist,  es hat über den menschlichen Aspekt, der ich hier bin, nach einer langen Reise in den verschiedensten Illusionen wieder zu sich selbst zurück gefunden.

Souverän zu sein, heißt für mich, das ich mich von diesen Spielen verabschiede. Das ich nicht mehr re-agiere, sondern in mir balanciert bin, und agiere, wenn ich es angemessen finde. Doch IMMER liegt die Entscheidung bei mir, niemals bei einem anderen.
Also höre ich auf, zu reagieren, was heißt, ich lasse mich nicht provozieren, weder dazu, lieb zu sein, noch dazu mich zu verteidigen, noch dazu mich zu wehren - weil ich das nicht mehr brauche. Weil ich beginne zu wissen, zu fühlen, WER ICH BIN, weil ich weiß, das ich ewig bin, weil ich niemanden mehr brauche, der mir sagt, das ich gut bin, das ich geliebt werde, das ich gebraucht werde.
Souverän sein, bedeutetd für mich das ich tatsächlich unabhängig bin, auch von der Zuwendung anderer. Adamus sagte mal: ich brauche niemandes Liebe weil ich die Liebe in mir selbst gefunden habe.
Das ist wohl der Kern: wenn ich die Liebe in mir selbst gefunden habe, brauche ich niemals irgend etwas tun um geliebt zu werden, anerkannt zu werden, geschätzt zu werden, respektiert zu werden, weil ich es in mir habe und damit nicht von jemandem außerhalb brauche.
Dann kann jeder von mir halten was er will, es ist für mich nicht relevant, weil ich mich selbst liebe, schätze, ehre, respektiere. Ich brauche vor niemandem gut dazustehen, und so bin ich auch nicht mehr aus meinem Gleichgewicht, aus meiner Balance zu bringen. Keiner kann mich provozieren, keiner kann mich reizen, wenn ich zu mir selbst gefunden habe. Ich muss niemandem mehr etwas beweisen, weil ich mir selbst nichts mehr beweisen muss.
Souverän sein, heißt ganz zu mir gefunden zu haben.


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