Was ich schon länger fühle ist dieses überdrüssig sein des gewohnten, alltäglichen, der ganzen alltäglichen Rituale, der ganzen Abläufe die ich in- und auswendig kenne. Sogar das Essen nervt mich manchmal, weil es ja doch ne Wiederholung ist, auch wenn wir hier wirklich viel Abwechslung haben. Und doch …

irgendwann wir das alles langweilig, öde.

 

Und auf einmal ist mir so klar warum im letzten shoud ein Thema war, sich lebendig zu fühlen.

 

Wir haben uns selbst da hin manövriert, und zwar mit unserem so hochgelobten Verstand, der doch nur für Einschränkungen sorgt und zwar in ganz massivem Umfang. Er warnt uns dies zu tun und jenes, er sieht überall Gefahren, egal ob real oder nicht. Er erzählt uns laufend wie wir aufpassen müssen auf alle möglichen Dinge, er meint immer uns schützen zu müssen. Bis zu einem gewissen Grad ist es ja in Ordnung, doch heute ist es üblicherweise so, dass wir alles planen wollen, am besten alles im Voraus wissen, was geschieht, was für Vorsorge wir treffen sollen, was für Dinge wir kontrollieren müssen. Egal ob es um Ernährung geht, was gut ist und was schlecht, egal ob es drum geht wie viel wir uns bewegen müssen, wie wir für unseren Körper sorgen müssen(was er nebenbei bemerkt selbst kann) und wie wir für unser Leben sorgen müssen. Welche Versicherungen wir haben müssen, welche Regeln wir einhalten müssen, welche Gesetze, welche Gefahren wo lauern, wie wir uns verhalten müssen, damit wir keine Probleme bekommen.

Und dann kommen wir da hin, dass unser Leben sehr sehr klein wird, sehr bestimmt, sehr eingeschränkt, weil alles mit Regeln begrenzt ist, ob von anderen oder von uns selbst. Und damit wird das, was wir Leben nennen, sehr klein und beschränkt. Und sehr langweilig.

Und dann fangen wir an uns Dramen zu erschaffen, Probleme, damit wir beschäftigt sind, damit wir vor dieser grässlichen Langeweile fliehen können. Dann passieren Dinge die wir ja „nie wollten“, die uns treffen, die uns beschäftigen und damit am laufen halten. Ob es ein Unfall ist, oder eine Krankheit – wir erschaffen uns all diese Dinge bloß damit wir nicht in Langeweile versinken, damit wir fühlen, wir leben noch. Lieber jedes Drama mitnehmen als diese Gleichförmigkeit des Alltags zu ertragen.

 

Bewusst ist das nicht. Wir fühlen uns ausgeliefert, weil, ja - wir sind grandiose Schöpfer. Wir können das alles so aussehen lassen das es ja die Umstände sind, die anderen sind, die uns ja zwingen so oder so … blabla. Wir sind wirklich Meister darin alles so aussehen zu lassen als könnten wir ja nicht das allergeringste dafür, sondern …

und doch ist und war es immer so, dass jeder, ausnahmslos jeder sich all seine Lebensgeschichten selbst erschafft. Zwar ist es dem Menschen wenig bewusst, das gehört dazu, doch es ändert nichts daran dass wir selbst die Schöpfer unseres Lebens sind, mit allem was dazu gehört.

 

Und da kommen wir nun an einen Punkt an dem das alles SO nicht mehr funktioniert. Es wird mühsam, es wird schwer, wie eine Decke aus Eisen die uns niederdrückt. Die den Spiegel vorhält in den wir gezwungener Maßen schauen müssen – und was wir sehen gefällt uns gar nicht.

Wir sehen uns selbst.

 

Diese Strategien auszuweichen, ein Drama zu erschaffen, egal welcher Form, darin sind wir perfekt. Das haben wir Jahrtausende lang gelernt. Und es hält uns am laufen, es lebt uns, damit wir nicht an unserer eigenen Erstarrung ersticken. Wir lassen das alles zu, damit wir fühlen, wir leben. Es gibt nichts schwierigeres als keine Probleme zu haben – und genau deshalb erschaffen Menschen sich laufend welche.

 

Doch irgendwann kommt der Punkt wo auch das nicht mehr geht. Wo auch das alles fade wird, wir keine Lust mehr haben so weiter zu machen. Und dann bleibt nur noch, aus diesen so bekannten Abläufen auszusteigen – in eine gewisse Leere in uns, weil wir es überhaupt nicht mehr anders kennen.

 

Es entsteht ein Raum des Unbekannten, in dem wir selbst Entscheidungen treffen müssen, nicht aus irgendwelchen Regeln oder Zwängen heraus, sondern aus uns selbst heraus.

Es fühlt sich merkwürdig an, sehr merkwürdig, weil völlig unbekannt, und nichts erschreckt unseren Verstand mehr als etwas, das er nicht kennt und nicht kontrollieren kann. Vertrauen ins Leben, einfach so? Ohne Sicherheiten, ohne Planung, ohne Regeln? Oh Gott …

 

Es ist erschreckend, doch nur weil wir es völlig verlernt haben. Wir dachten, wenn wir alles regeln, planen, vorsorgen,dann wird alles besser, doch die Erfahrung zeigt – es bringt uns dahin, wo wir uns so abschnüren von dem was Leben ist, dass wir es kaum ertragen.

 

Wenn ich will, dass all die Dramen aufhören, dann muss ich aufhören, alles planen zu wollen. Paradox? Nein.

Die Dinge sind nicht wie sie scheinen.

 

Die Veränderung ist, von gelebt werden durch die Umstände, da hin zu kommen selbst zu leben, und zwar in Freude. Aus dem Moment heraus, ohne Gedanken über Sicherheiten, über Planungen.

 

Das Leben zu leben, grad so wies kommt, im Vertrauen in mich, mein Schöpferisches, Veränderungen zulassen, weil ich grad dann – darin – spüre ich lebe. Und dann brauche ich keine Probleme mehr.

 

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