was zählt
Ich bin ja nun schon ne ganze Weile (es werden 10 Jahre) in der "spirituellen Szene" - lach, die ich aufgrund eines drängenden inneren Bedürfnisses fand. Doch - das wars auch schon, ist vorbei.
Warum?
Weil wenn schon dann kann ich nur alles als Spirituell sehen, alles, das ganze Leben, alles was geschieht, alles was da ist. Es gibt da keinen Unterschied, und auch diejeingen die meinen, sie seien ja überhaupt gar nicht spirituell - gratuliere zu eurem gelungen Spiel.
Laut Duden ist spirituell ganz einfach geistig - und (laaach) wenn einer also sagt er sei nicht spirituell dann sagt er, er ist nicht geistig, also geist - los ?????
Wortspiele.
Tatsache hingegen ist, das keiner, wenn er denn nicht ein geistiges Sein wäre, hier als Mensch rumlaufen kann. Er musste schon die Wahl treffen hier zu sein, ein Leben führen zu wollen, Erfahrungen machen. Doch diese Wahl kann genau so sein alles zu vergessen, wer man ist, woher man kommt, wohin man geht ... alles, komplett. Das sind dann die, die sich sicher sind, nach diesem Leben kommt nichts mehr - welch eine Erfahrung!
Doch um die gehts hier nicht, sondern um die, die meinen besonders spirituell zu sein.
Tut mir ja leid - aber das ist genau so daneben. Wer sich auf solche Pfade begibt wird genau so einer Illusion erliegen wie die, die meinen, es gäbe außer dem hier nichts.
So, doch was dann, bitteschön?
Tja, schwierig, vertrackt - weil eienrseits völlig unspektakulär, und genau so auch wieder doch sehr besonders.
1. Es ist durchaus ne reife Leistung als nichtphysisches, nicht mal Energie enthaltendes Sein sich in Materie zu begeben, und da zu halten.
2. Es brauchte Jahrtausende der Anpassung, damit wir überhaupt dazu in der Lage waren.
3. Und - es entstand der Effekt das die, die sich hier verkörpter hatten, vergaßen woher sie kommen.
Wenn nun aber jemand meint, dass die hohen geistigen Wesen alle was ganz anderes sind - nee, sorrry, stimmt nicht. Sie sind nichts anderes als DU, und ICH. Und, und das ist das vertrackte, es ist so schwierig zu erklären, weil es eben nicht dieses Besondere ist, das so viele dafür halten.
Und was ganz nervig ist, für mich, ist dieses dauernde hochhalten von Licht, von immerwährender Freude, von ach "nur alle schöne Dinge", stets das Beste, Seligkeit, nur Höhenflüge ...
die Landung wird hart, versprochen.
Weil es nicht so ist. Und weil damit das Leben verliert was es ist. Es gibt kein anderes Leben als das war wir haben, und das zu erkennen, ist wichtig.
Es gehört alles dazu, alles was Freude ist, und genau so alles was Herausforderung ist, schwierig, traurig, belastend. Und wer das nicht annimmt kommt niemals zu dem was er will - Erleuchtung genannt. Ich mag dieses Wort nicht, weil damit so viele falsche Bedeutungen verbunden sind.
Da ist ein Bild von einem hoch- oder vergeistigen Wesen, weiß gekleidet, schwebend, nur noch hosiannah singend, ewig freundlich lächeld ..... grins, ich würde es eher als stoned bezeichen.
Das alles ist ausgemachter Quatsch.
Wir sollen zu guten Menschen werden? Genau so Quatsch. Absolut.
Ich soll dauernd nur lächeln? Wer hat sich denn diesen Blödsinn ausgedacht. Ach und übers Wasser laufen auch ???
Meine Erfahrung ist ganz anders.
Es ist sehr normal - mit ein paar Unterschieden.
1. Ich vertraue mir ganz. Nicht nur etwas, oder weitestgehend - sondern ganz. Egal was passiert - ich bin der Schöpfer und Punkt. Und wenn ich nicht in der Lage bin das zu akzeptieren (von gefallen rede ich nicht) dann hab ich noch nicht verstanden, wer ich bin. Alles, ausnahmslos, was in meinem Leben ist, hab ich als Schöpfer zu verantworten, auch wenn ich mir dessen gar nicht klar war, auch wenn es mich anpisst, auch wenn es mich nervt, aber außer mir gibt es niemanden der über mich bestimmt. NIEMANDEN !
2. Ich beurteile mich nicht, andere auch nicht, die Dinge sind wie sie sind, fertig.
3. Es ist keineswegs vonnöten, laufend in Hochstimmung zu sein, weil damit ein ganzer Teil dessen fehlt, was Leben ist.
Ich sag mal - ein MEISTER ist einer, der nicht mehr beurteilt was eine gute und eine schlechte Erfahrung ist, sondern für den eine Erfahrung, ganz egal was es nun ist, einfach eine Erfahrung ist.
Und grad die Spirituellen haben eine enorme Tendenz dazu immer nur Licht und Liebe zu wollen, alles andere - weg damit.
Ihr Lieben, damit hab ihr kein Verständnis und keine Klarheit.
Okay - es gibt ja nicht wenige die genau das suggerieren. Da sind eingie dabei die erklären, erst wenn du nur noch Freude fühlst, bist du .... oder ähnliches. Für mich ist das gequirlter Mist, und vor allem eines - sehr sehr menschlich.
Menschen haben das so - sie möchten nur Gutes erfahren, nur Freude, nur Spaß, nur gute Laune, immer Sonnenschein, niemals Probleme ...
aber wenn es dann so wäre wärs die Hölle. Immer nur Sonne - da verdorrt doch alles, immer nur Spaß? Also wenn ich nicht die anderen Tage hätte wüsste ich doch gar nimmer was Spaß ist. Immer nur Gutes? grins, erwischt, Beurteilung vom Feinsten.
Die Kunst ist doch nicht, immer nur alles doll zu finden, sondern viel mehr, alles annehmen zu können, egal was grad ist.Und damit nicht herumzuhadern, nicht zu denken was hab ich falsch gemacht. Ich hab gar nichts falsch gemacht, aus irgend einem Grund sind die Dinge so wie sie sind, auch wenn ich den nicht erkenne. Muss ich auch nicht, davon mal abgesehen. Das ist nur der Kopf der meint er müsste das alles verstehen. Doch Schöpfung, das Göttliche das wir alle sind, wird er nie verstehen, das geht nicht, weil er dafür zu begrenzt ist.
Das ist eben was im Vertrauen, in der Annahme zu finden ist.
Es geht niemals drum das immer alles Bestens, und super ist. Es geht nicht drum, das ich dauernd in Hochstimmung bin. Es geht um die völlige Akzeptanz von allem was in meinem Leben ist. Und dann kann ich lachen, auch wenn was völlig daneben geht, dann mach ich mir keine Sorgen, auch ich schon heute 10 Tage vor Monatsende keine Geld mehr habe. Ich lass mich überraschen wie sich das gestalten wird. Mal sehen woher was kommt, und wenn nicht, auch gut.
Das könnte man nun als Gleichmut bezeichnen, und das ist es auch (aber nicht in der Form eines trotzigen mir-ist-alles-egal, sondern wirklichem gleich sein, Aus-gleich) oder als Neutralität, oder als
in Balance sein.
Und das ist, was zählt.