Opfersein
Mein Sohn hat mir vor kurzem erzählt, einem Freund hat man eine Beule ins Auto gefahren, und derjenige ist abgehauen, und das war kurz nachdem jemand sein Motorrad beschädigt hat ( durch Brandstiftung) und nachdem er zuvor einen Unfall hatte wo er die Handgelenke gebrochen hatte. Und mein Sohn sagte: der hat aber auch ein Pech!
Ich hab ihm danach einiges über Opfersein erzählt. Das derartiges aus dieser Energie hervorkommt, das es bei all diesen Dingen, die uns „passieren“ um Opfersein geht. Manche haben das mehr, andere weniger. Ich bin auch nicht völlig frei davon, sonst würde ich keine staatliche Unterstützung mehr brauchen.
Dieses Opfersein hat unzählige Facetten. Es betrifft alle Bereiche des Lebens. Was die wenigsten wissen, oder überhaupt bloß für möglich halten, ist, das man daraus aussteigen kann. Alles, was ein anderer mir „antut“ tut er nicht zufällig, dummerweise, oder aus Boshaftigkeit. Ich weiß, dass derartiges meistens zuerst mal eine ziemliche Empörung auslöst. „Aber was kann ich denn dafür, so was wollte ich niemals haben“. Und doch ist es vom Schöpferischen her gar nicht anders möglich, als das wir unsere Erlaubnis dazu erteilt haben, so unbewusst es auch ist.
Als Mensch frage ich mich allerdings schon, kann man so blöd sein? Ich kenne das alles. Ich habe vor Jahren schon mitbekommen, das mein ICH (Höheres Selbst oder Seele) durchaus Dinge tut, wo ich als Mensch sage, wie kann ich bloß !!! Und sauer war, und mich ohnmächtig fühlte, ausgeliefert. Doch letztlich sind wir immer nur uns Selbst ausgeliefert, niemals irgendjemand anderen.
Wir gehen in derartige Erfahrungen, um unser Verständnis zu vertiefen, und unser Mitgefühl. Denn das habe ich in der Regel erst, wenn ich erfahren habe, wie sich die verschiedensten Situationen anfühlen. Wenn ich mal krank war, wenn ich einen Unfall hatte, wenn ich verlassen wurde, wenn ich Opfer von Gewalt, Verfolgung, Mord war.
Das ist die eine Seite.
Die andere ist die des Täters. Und das Tätersein hat die Faszination der Macht in sich. Macht über andere, in welcher Form auch immer. Manche machen es offensichtlich, andere verdeckt, manche als Mörder oder Henker. Heute gerne mit Geld, auch über die Politik, über Gesetze, (Juristen), oder als Chef und – die Religionen! Da kann ich andere unter Druck setzen, kann sie manipulieren, kann sie quasi erpressen dass sie spuren, dass sie in meinem Sinne agieren.
Der Ursprung ist die Trennung und das Ungleichgewicht der maskulinen und femininen Energien. Es gab tatsächlich eine Zeit, in der die feminine Energie die dominierende war, doch alles muss einen Ausgleich erfahren, und so kam es zum dominieren der maskulinen Energie, das gerade in der Religion noch sehr intensiv ist. Aber selbst in der „aufgeklärten Welt“ hier verdienen Frauen noch im Schnitt 1/3 weniger als Männer, obwohl sie die gleiche Arbeit erledigen. Also ist das nach wie vor aktiv. Und es geht auch nicht darum, das Frauen zu Emanzen werden, sondern darum, das wir in uns selbst diese beiden Pole maskulin und feminin wieder vereinen und in uns in die Balance bringen. Denn jeder hat beides, in welchem Körper wir auch sind, jeder ist feminin und maskulin und in sich selbst vollständig.
Ich habe von Jahren eine intensive Erfahrung davon gehabt, ich war weit hinaus, und ich war vollständig, und ich wusste, ich brauche überhaupt kein Geschlecht, denn ich bin alles, und ich erschaffe aus mir selbst heraus. Das ich als Frau hier auf der Erde bin war in diesem Moment unendlich weit weg, und vor allem erschien es mir fast lächerlich, denn ich brauche so etwas doch gar nicht!
Und das ist bei allen so, jeder ist in seiner Essenz vollständig und trägt beides in sich.
Was wir nun tun können, ist, uns zu öffnen, und beides in uns willkommen heißen. Und die Absicht haben, dass wir beides wieder in die Balance und in Harmonie bringen. Wenn wir das tun, werden sich die dafür notwendigen Dinge einfinden, denn so funktioniert Schöpfung. Wenn es mir ernst ist, etwas zu ändern, kommen die geeigneten Dinge in mein Leben. Und jeder, der – je nachdem – seine maskuline Hälfte (als Frau), oder seine feminine Hälfte (als Mann) annimmt, ehrt und integriert, tut einen unschätzbaren Dienst für sich selbst und für die Menschheit!
Was sich verändert, ist, das sich solche Ungleichgewichte wie Opfersein oder Tätersein auflösen. Es beginnt langsam, vielleicht nicht auffällig, aber irgendwann bemerkt man es. Und was dann eintritt, ist, das selbst, wenn mal was passiert, nichts passiert - .:-)). Wie ich das meine? Hier 2 Beispiele von mir:
Ich bin mit dem Auto gefahren, vor mir ein Bus, den ich überholt habe. Die Strecke war etwas kurvig, aber übersichtlich, und ich sah schon, das weiter hinten einer kommt, dachte das reicht gut – und währen ich überhole bemerke ich, das ich viel länger brauche, doch wenn ich nun schon fast am Bus vorbei bin? Und in dem Moment tauchte der andere vor mir auf und fuhr rechts raus – dort war eine Parkbucht – und ich hatte freie Bahn. Zwar hupte der Busfahrer und gestikulierte, und mir war es megapeinlich, doch die Essenz ist: es ist nichts passiert, obwohl ich einen Fehler gemacht habe. Einfach nur Glück gehabt? Nein, Glück, Unglück und Zufall sind Dinge die nicht existieren, die die Menschen lediglich erfunden haben um unerklärliches (die Schöpfung) zu erklären. Doch die Schöpfung hat immer einen Plan, niemals wird da etwas dem Zufall überlassen. Ein andermal fuhr ich mit dem Motorrad, und wollte an einer Steigung in eine Straße einbiegen, dort ist es abschüssig, also der Boden in Schräglage. Ich fuhr langsam hin, schaute und wollte gerade Gas geben, da sah ich, es kommt doch einer, bremste abrupt und kam mit dem linken Fuß nicht auf den Boden ( wegen der Schräge ) und meine Suzi kippte um. Lag da, Benzin lief aus – und ich bekomm sie nicht hoch, weil sie ja noch über die waagrechte hinaus „bergab lag“. Schöner Mist ! Es war abgelegen, weit und breit keiner, und was tu ich nun ? In dem Moment kommt ein Unimog, hält, und ein kräftiger Mann steigt aus, stellt mir mein Motorrad auf, guckt noch ob was ist, und ich konnte weiter fahren. Alles, was passierte, war, das ein wenig Benzin ausgelaufen war, und unten ein kleiner Kratzer.
Ich hab den Kopf geschüttelt, hab mich gefragt, was das sollte, und bekam zur Antwort : siehst du, selbst wenn etwas passiert, es passiert nichts!
So vieles, was uns passiert, hat seinen Ursprung in diesem Ungleichgewicht der maskulinen und femininen Energien. Denn was sie wollen, ist, dass sie sich ausgleichen wollen. Da wir hier aber alles das vergessen haben, versuchen wir die fehlende Energie von anderen zu bekommen. Deshalb suchen Männer Frauen, und umgekehrt, weil das der vermeintlich fehlende Anteil ist. Manche tun es auf „normale“ Weise, und manche tun es mit Gewalt, missbrauchen Frauen, weil dies der effektivste und schnellste Weg ist ihnen die feminine Energie zu stehlen. Und Frauen benutzen Männer, z.B. als Versorger, um ihre maskuline Energie zu bekommen. Doch das reicht viel weiter. Immer, wenn ich andere unter Druck setze, wenn ich drohe, wenn ich verlange, wenn ich erwarte das der andere ( Partner, Kinder, Eltern, Freunde, Geliebte, Kollegen…) in meinem Sinne agieren und ich versuche, sie irgendwie dahin zu bringen, bin ich in diesem Ungleichgewicht. Weil ich dann versuche, von anderen Aufmerksamkeit, Zuwendung, und damit einfach nur ihre Energie zu bekommen. Ob ich es offensichtlich mache ( wenn du nicht……) oder versteckt ( ich meine es doch bloß gut mit dir! ) spielt keine Rolle. Auch die, die ungefragt immer helfen wollen, die sich aufdrängen, meinen sie könnten es besser, oder ich Arme bräuchte ja Hilfe, tun dies fast immer deshalb, um unsere Energie an sie zu binden – ich sollte ja dankbar sein. Doch da erkennt man es viel schwerer.
Letztlich ist jeder, absolut jeder, ein unabhängiges Wesen, und letztlich muss jede Energie, die ich von einem anderen bekommen habe, zurück gegeben werden. Nichts, was nicht zu mir gehört, kann ich behalten.
Und deshalb ist es ein Kreislauf – mir wird meine Energie gestohlen, also suche ich woanders danach etwas zu bekommen. Frauen, die sich „sexy aufstylen“ tun nichts anderes, als die Energie von Männern zu wollen, denn damit haben sie die Aufmerksamkeit, Bewunderung oder was auch immer. Männer, die sich als Macho präsentieren, signalisieren den Frauen, das sie viel maskuline Energie haben – warum fliegen denn so viele Frauen ausgerechnet auf Machos? Männer, die eine eher ausgeglichene Energie haben, die „lieb“ sind, sind weit weniger interessant. Weil es bei ihnen nicht so viel (an maskuliner Energie) zu holen gibt. Zwar raufen sich manche Frauen die Haare und fragen sich, wieso sie den netten Typen da nicht genommen haben, der wäre sicher der bessere Partner, aber der Macho reizt viel mehr, selbst wenn er ihnen das Herz bricht. Einfach, weil es um den Ausgleich der Energien geht.
Wir können diese Spiele bis ins Unendliche ausdehnen. Doch irgendwann wird jeder müde davon. Und irgendwann fragt sich jeder, was ist eigentlich los?
Der Ausgleich kann niemals über jemand anderen erfolgen, über kein anderes Wesen ( damit ist auch die Zwillingseele gemeint, weil es immer noch weit verbreitet ist, zu denken, man müsste bloß sein passendes Gegenstück finden, dann wäre alles im Lot ) sondern ausschließlich über mich selbst, das balancieren der Energien in mir selbst.
Anmerkung: Es gibt z.B. beim Crimson Circle das SES – Sexual Energies School, dort wird das ausführlich erklärt und was man tun kann, diesen Prozess zu unterstützen.